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Die Spatzen pfeifen's vom Dach

Alkohol und der freie Wille

Aktualisiert: 19. Nov. 2021

Zu Tode saufen erlaubt = Freier Wille

Den Menschen ist der freie Wille gegeben

Das Leben hat so seine Tücken, wovon die Ausübung des Willens im hohen Umfang betroffen ist. Bis zur Volljährigkeit haben Kinder einen Vormund, der seinen Willen für seine Mündel einsetzt. In der Regel sind es die Eltern, die für ihre Kids die Entscheidungen treffen. Kommt es hart auf hart, müssen sich die noch Unmündigen dem Willen des Entscheidungsträgers beugen. Für kranke, behinderte oder straffällig gewordene Menschen kann das unter Umständen ebenso gelten.

Wie frei sind Menschen wirklich und wo sind die Grenzen der Willensanwendung?

In den Beispielen gehen wir mal von volljährigen und mündigen Bürgern aus.

Artikel 12 des Grundgesetzes

Freie Wahl des Berufes, des Arbeits- und Ausbildungsplatzes:

Was nützt der Wille und das Recht, wenn die Voraussetzungen, Fähigkeiten nicht gegeben sind? Wer zwei linke Füße hat, wird kaum als Fußballer Karriere machen.


Artikel 11 des Grundgesetzes - Grundrecht auf Freizügigkeit

Die Wahl des Wohnortes

Wo jemand wohnt, ist letztlich vom Finanzstatus abhängig. Beim besten Willen kann niemand in einer Millionenvilla wohnen mit dem Budget eines Minijobbers. Ebenso verhält es sich bei der Wahl des Autos, der Klamotten, der Wohnungseinrichtung und des Urlaubsziels. Auf die Regierung hat der wahlberechtigte Bürger nur bedingt Einfluss. Es steht frei, ein Kreuzchen bei dem/der Kandidat/Partei zu setzen den/die er will. Selbst wenn die Erwählten tatsächlich gewinnen, hört der Einfluss des Wählers auf. Und, bekommt er dann hinterher wirklich genau das was gewollt war? Der Mensch kann auch nicht bestimmen, welche Nahrungsmittel ihm gut tun.

Der Wille bei immaterieller Entscheidung

Kann sich ein Mensch willentlich aussuchen in wen er sich verliebt? Wie ist das bei Alkoholkranken? Mal ins Blaue spekuliert, halte ich es für ausgeschlossen, dass es einen Menschen gibt, welcher willentlich aus voller Überzeugung zum Alkoholiker wurde. Nach dem Motto:

Oh cool, ich will unbedingt ein abhängiger Trinker werden!“

Um das Saufen zu lassen, braucht es einen besonders starken Willen. Dazu ist ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, die ich den Kollegen auf der Party oder am Arbeitsplatz entgegensetzen kann.

Ein Schritt wurde getan: Die TV-Werbung und die Plakatierung wurden verboten. Dass dazu Verbote nötig sind, zeigt, dass ein Großteil der Menschheit der Macht des Unterbewusstseins kaum Beachtung schenkt. Sonst würden sich derartige Suggestionspraktiken gar nicht etabliert haben. Es scheint aber auch, als wäre es den Werbeschlaumeiern schnuppe, welche Konsequenzen es letztlich für die gesamte Gesellschaft hat. Dafür kann an den Handlungsweisen alter wie neuer Serien und Spielfilmen beobachtet werden, dass bei Konflikten gerne zum Glas gegriffen wird - das Gleiche gilt für Zigarettenwerbung. Und OH! In Filmen neuerer Generation sind erstaunlich oft jung wie alt mit einen Joint zu sehen. Idealerweise werden Verhaltensweisen von der Pike auf erlernt, wie Frust und Meinungsverschiedenheiten, ohne Rückgriff auf einen Nervenkiller wie Alkohol, gelöst werden. Nach einem freien Willen unter Alkohol zu handeln setzt voraus, dass die Konsequenzen des Handelns bewusst sind. Woher soll denn das Bewusstsein kommen, wenn nicht einmal klar ist, was den Zustand der Sucht ausgelöst hat.

Das Schlimmste daran, unter einer Alkoholsucht zu leiden, ist aber der soziale Abstieg. Solange man noch funktioniert …

Mit nachdenklichen Grüßen Eure Jenny

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