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Liebe Leser*innen

Die Spatzen pfeifen's vom Dach

Einrichtungskinder

Kita & Co, der neuer Trend

Die Welt entdecken
Die Welt entdecken: Sicher im Raum der Einrichtung

Eltern wird ein schlechtes Gewissen suggeriert, wenn sie „Nichts“ für den Staat leisten

(arbeiten gehen bzw. versicherungspflichtig "beschäftigt" sind) — als sei der Staat eine ferne Institution und man selbst gehöre nicht dazu.


Als frisch gebackene Tagesmama, voll ausgebildet auch zur Betreuung in externen

Räumen — nicht bei sich zu Hause, wie es ursprünglich für Tagesmütter vorgesehen war

— bekam ich ein Angebot. Ein Kindergarten wurde nach neuen zivilisierten Erkenntnissen

erweitert und umgebaut.

Bei der Besichtigung war mein Gemüt zwiegespalten. Die Neuerungen, der schon

vorhandenen Räume, empfand ich als behaglich. Es wurde an alles gedacht, wovon Eltern zu Hause nur träumen können, vom kindgerechten Wickeltisch an. Etwas unbehaglich wurde mir dagegen, als ich durch den Speisesaal schritt. Ich kam mir vor wie in einer Mensa für Zwerge.


Noch auf eine Kollegin wartend, sprach mich eine dort regulär beschäftigte Erzieherin an.

Was sie mir zutrug, ist unter anderem der Grund für diesen Artikel.


Sie begann mit einem Beispiel.

Ein schlafendes Baby wird morgens gegen halb acht von der Mutter an die Tagesmutter übergeben. Drei Stunden später wird es wach und erblickt zuerst die Tagesmama. Nach einer Mahlzeit und frisch gewickelt schlummert es wieder ein.

Gegen ein Uhr legt die Tagesmutter eine Pause ein und geht zum Mittagessen. Die

Aufsichtspflicht hat sie, wie vereinbart, an die diensthabende Erzieherin übertragen.

Während der Zeit wacht das Baby wieder auf und hat nun die Erzieherin als Bezugsperson.

Wie wird sich ein Kind entwickeln, das im Säuglingsalter von ständig wechselnden

Personen fremd betreut wird?

Nicht schon genug, dass die Kleinsten dem Zeitzwang unterworfen werden. Aus dem

Schlaf gerissen, fertig, los! Abschiedsszenen zehren zusätzlich an den Nerven.

Wer jetzt einen Einwand bringt wie:

Zwischen mir und meinem Kind hat das an der Bindung keinen Abbruch getan.

Diese Aussage ist etwas kurzsichtig und möchte das Gewissen beruhigen.


Die Scheidungsrate sagt etwas anderes. In Deutschland wird fast jede zweite Ehe geschieden und die Anzahl der Singlehaushalte erscheint ebenfalls recht beachtlich. Heutzutage wird sogar im Fernsehen für Seitensprungportale geworben. Wo soll das denn sonst herkommen?


Weitere Aspekte sind, dass Eltern glauben, der Nachwuchs sei in „professionell“

ausgebildeten Händen gut aufgehoben und sprechen sich damit den gesunden

Menschenverstand ab.

Insofern wird ein Diplom oder eine Ausbildung über die Fähigkeit elterlicher Liebe gestellt.

Dabei wird vergessen: Mit einem Diplom, ist noch niemand ein besserer Mensch geworden.

Mit der Zeit macht der Status Profi sogar betriebsblind, weswegen Profis selbst in regelmäßigen Abständen einen Kollegen konsultieren müssen.


So werden aus Wickelkindern, Einrichtungskinder.

Und wenn die Eltern Rentner sind, werden sie zu Einrichtungseltern, weil die Kinder das

Konsum-, Wegwerf- und Abschiebungssystem aufrechterhalten müssen. Anders lernt der Nachwuchs es nicht kennen.


Keine Einrichtung, wie gut sie auch geführt wird, kann ein zu Hause ersetzen.


Alles Liebe

Eure Jenny

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